Mein Name ist Talia und seit ich denken kann, hatte ich zu Hunden eine besondere Verbindung.
Nachdem ich jahrelang Hunde aus der Familie und dem Bekanntenkreis trainiert hatte, bekam ich mit 16 Jahren endlich meinen Australian Shepherd Welpen Josie. Doch obwohl ich alles über Hunde gelesen hatte und sie in der Hundeschule perfekt hörte, zwickte sie mir Zuhause in die Waden, wann immer sie etwas anderes tun wollte als ich. Es dauerte ein gutes Jahr und kostete die ganze Familie einige Tränen und blaue Flecken, bis ich herausfand, wie wir dieses Verhalten langfristig verändern können.
Fast 14 Jahre lang war sie danach als entspannte Alltagsbegleiterin an meiner Seite. Nach ihrem Tod im Jahr 2021 zog der damals bereits 1 ½-jährige Mini-Australian Shepherd Rüde Bounty bei mir ein, der im Alltag wirklich schwierig war. Und teilweise auch heute noch eine Herausforderung ist.
Ich kann dich also deswegen so gut verstehen ...
… weil ich diesen Weg selbst gegangen bin.
Nicht jeder Hund startet leicht ins Leben. Und nicht jeder Mensch startet mit einem perfekten Plan. Manchmal wächst man erst gemeinsam in seinen entspannten Alltag hinein. Und genau darum begleite ich heute andere so gerne auf dem Weg in einen entspannten Alltag mit ihrem Hund.
Dank Bounty weiß ich aus erster Hand, wie es sich anfühlt, wenn der eigene Hund ausrastet und die Menschen starren. Wie sehr Kommentare treffen können, obwohl man jeden Tag sein Bestes gibt. Wie überfordert und allein man sich manchmal fühlt, wenn der beste Trainingsplan mal wieder scheitert.
Denn auch mein eigener Hund brachte große Herausforderungen mit sich. Bounty kam mit etwa 1 ½ Jahren aus einer liebevollen Familie zu mir, die bereits einiges versucht hatte und auch bereits Einzelstunden bei Hundetrainern hinter sich hatte. Aufgrund des Lockdowns war es zusätzlich schwierig, entspannte Sozialkontakte mit anderen Hunden als Normalität im Alltag zu etablieren.
Bountys erste Lebenswochen waren zudem weitgehend unbekannt. Gemeinsam mit seiner Mutterhündin soll er mit 10 Wochen vom Tierschutz aus einem Animal Hoarding Fall beschlagnahmt worden sein. In der Pubertät begannen die Probleme. Mit 1½ Jahren war er nicht mehr tragbar. Ich traf die Entscheidung, ihm zu helfen. Trotz anspruchsvollem Alltag als Doktorandin im Labor. Und er zog bei mir ein.
Und plötzlich hatte ich einen fast erwachsenen Hund mit einem Nervensystem, das permanent auf Alarm stand, großen Defiziten in der Selbstregulation und der Sozialisierung – einen Hund, der eigentlich den ganzen Tag nur ausrastete, sobald sich ihm die Gelegenheit bot. Und die suchte er auch noch aktiv. Fantastisch.
Zwar hatte ich als ehemalige Dogwalkerin und langjährige Hundebesitzerin zu diesem Zeitpunkt schon einiges an Wissen und an praktischer Erfahrung. Einen entspannten Alltag mit Bounty hatte ich dennoch nicht sofort und auch nicht nach wenigen Wochen. Den habe ich mir Schritt für Schritt erarbeitet. Weil ich drangeblieben bin.
Dabei gab es immer wieder auch mal Rückschläge. Selbstzweifel. Situationen, in denen ich selbst nicht wusste, wie es weitergehen soll. In denen ich mir Feedback von versierten Trainern holte, Literatur verschlang und mich immer wieder neu ausrichtete, wenn wir stagnierten. Denn es gab viele Stellschrauben zu identifizieren und neu einzustellen.
Heute begleitet mich Bounty in den Social Walks und oftmals auch in den Coachings. Er ist nicht perfekt, aber das bin auch ich nicht. In manchen Aspekten sind wir auch immer noch nicht am Ziel. Aber wir leben einen Alltag, den wir gemeinsam entspannt und voller Freude erleben. Genau deshalb weiß ich heute nicht nur fachlich, sondern auch emotional, wie belastend ein schwieriger Alltag mit Hund sein kann. Und genau deshalb wirst du bei mir nicht bewertet, sondern abgeholt. Denn ich möchte mit dir teilen, was mich mein eigener Weg mit Bounty gelehrt hat, um dir deinen leichter zu gestalten.
Bounty brachte viele Baustellen mit – aber ebenso viele besondere Stärken. Andere sahen vor allem einen Hund, der schnell eskalierte. Ich sah einen sensiblen, cleveren Hund mit viel Persönlichkeit, dessen Fähigkeiten schlicht noch nicht in Balance waren.
Ein impulsiver Hund kann Schwierigkeiten mit der Selbstregulation haben und gleichzeitig voller Motivation und Lebensfreude stecken. Ein sensibler Hund reagiert vielleicht schnell überfordert, zeigt dafür aber kleinste Veränderungen an.
Genau darum geht es mir auch heute: nicht darum, deinen Hund „zu reparieren“, sondern ihn wirklich zu verstehen. Hinter vermeintlichen Schwächen liegen oft Eigenschaften, die – richtig begleitet – zu besonderen Stärken werden können.
Mit Bounty habe ich gelernt, ihn im Alltag so zu führen, dass er nicht nur weniger aneckt, sondern zeigen kann, was er im Kern schon immer war: ein etwas zu sensibler, aber lustiger, cleverer, verdammt schneller und ganz zauberhafter Hund. Und genau diese Erfahrung prägt meine Arbeit bis heute.
So herausfordernd unser gemeinsamer Weg auch war – Bounty hat mich Dinge gelehrt, die kein Fachbuch der Welt hätte vermitteln können.
Er hat mir gezeigt, wie sensibel Hunde nicht nur auf Umweltreize, sondern vor allem unsere Stimmung, Körpersprache und innere Haltung reagieren. Dein Hund spiegelt deine Gefühlswelt im Hier und Jetzt und kann deine Sinne schärfen. Deine Aufgabe besteht darin, zu lernen, was das in eurem Fall bedeutet.
Dein Weg beginnt mit Selbstreflexion. Mit innerer Ruhe, wenn dein Hund gerade nicht kann. Mit Verständnis für die Umwelt, in der ihr euch bewegt. Mit deinem aktiven Beitrag zur Beziehung – und der Bereitschaft, nicht nur am Hund, sondern auch an dir selbst zu arbeiten.
Durch Bounty habe ich nicht nur unglaublich viel über Hunde, sondern auch über mich selbst gelernt – und vieles davon prägt meine Arbeit bis heute. Vor allem die Entschleunigung, die gerade sensible und reizempfängliche Hunde so dringend brauchen, hat auch mir beigebracht, öfter mal einen Gang runterzuschalten, Pausen zuzulassen, mich selbst bewusster wahrzunehmen, und nicht auf alles sofort reagieren zu müssen. Denn wer mich kennt, weiß: In mir steckt ebenfalls ein arbeitsliebender Hütehund. Und auch ich musste meinen Ausschalter erst finden.
Vor allem hat mir Bounty gezeigt, dass der entspannte gemeinsame Alltag nicht mit dem Finden der perfekten Methode beginnt. Und dass es am Ende nicht entscheidend ist, ob ein Hund perfekt Sitz, Platz oder Fuß ausführt. Sondern was in seinem Kopf passiert, während er es tut. Bounty hat mir beigebracht, wie wichtig eigene emotionale Stabilität, Regulation und Selbstvertrauen sind, um einen Hund zu entwickeln, der auf deine faire und verantwortungsvolle Führung vertraut und dir auf dieser Grundlage zuhört, wenn du mit ihm sprichst.
Stattdessen brauchst du einen Coach, der dir hilft, die richtigen Stellschrauben zu finden und dich begleitet, während du sie beginnst zu drehen. Es ist immer wieder erstaunlich, was sich im Hund verändert, wenn man an so mancher Schraube dreht, die vermeintlich nichts mit dem Problem zu tun hat.
Auf eurem Weg begegnen dir nicht nur Herausforderungen mit deinem Hund, sondern oft auch ungefragte Meinungen von außen. Gerade dann, wenn eine Situation ohnehin schwierig ist, können Kommentare und Bewertungen zusätzlich verunsichern.
Auch ich wurde mit Bounty immer wieder vorschnell verurteilt, belächelt, ausgelacht oder wild beschimpft: „Kein Wunder, dass der so aggressiv ist, wenn Sie ihn immer tragen!" Dabei kann keiner, der euch nur wenige Sekunden begegnet, beurteilen, was eure Ausgangslage war, wie euer Alltag oder Trainingsplan aussieht, oder ob eine bestimmte Entscheidung gerade für euch richtig ist, oder eben nicht.
Deshalb ist entscheidend, dass du lernst, dein eigenes Handeln zu reflektieren, statt es an den Erwartungen anderer auszurichten. Nicht jeder Tag läuft nach Trainingsplan – und genau das gehört dazu.
Und manchmal ist die beste Reaktion tatsächlich ganz einfach: freundlich lächeln und winken. Leichter gesagt als getan. Aber auch das lernst du bei mir.
Bestimmt hast du es beim Lesen schon gemerkt: Meine Arbeit mit Mensch & Hund ist stark durch die Erfahrungen mit Bounty und anderen „schwierigen” Hunden geprägt worden.
Viele der Dinge, die mein Coaching heute ausmachen, Verhalten wirklich zu verstehen, ohne starre Ideologien zu arbeiten und den individuellen Alltag in den Mittelpunkt zu stellen, sind aus genau diesen Erfahrungen entstanden.
Vielleicht braucht auch ihr keine perfekte Methode. Sondern einfach jemanden, der euch hilft, euren eigenen Weg zu finden und auf ihm zu bleiben. Und der für dich da ist, wenn die Leute starren, schlaue Sprüche klopfen oder dich belächeln.
Bounty & ich gehen unseren Weg. Lass uns jetzt auch euren finden.
Talia Schneider
Flachskamp 12a
38179 Schwülper
2026 Dogs Decoded